T-Home Entertain

Es geschehen noch Zeichen und Wunder: Gestern wurde unser Anschluss auf V-DSL umgeschaltet und das ohne irgendwelche Probleme. Der Techniker für die Installation des angekündigten T-Home-Entertain-Anschlusses war pünktlich, freundlich, hatte die passende Hardware dabei und in wenigen Minuten auch in einen funktionsbereiten Zustand überführt. Jeder hat schon seine ganz persönliche Telekom-Story erlebt, ich auch, deswegen halte ich es wirklich für erwähnenswert, dass diesmal alles reibungslos funktioniert hat. Respekt!

T-Home Entertain
Von links nach rechts: Router und V-DSL-Modem

Wahrscheinlich fragen sich immer noch viele Menschen da draußen: Was ist dieses T-Home Entertain nun denn eigentlich? Ich wusste damit vorher auch nicht so wahnsinnig viel anzufangen, die dazugehörige Werbekampagne empfand ich nicht unbedingt als informativ. Jetzt, wo der Kram hier steht, wird einiges klarer: T-Home Entertain ist erstmal nichts anderes als Fernsehempfang über das Internet. Die kleine Empfangsbox, die man an den Fernseher anschließen muss, ermöglicht über die DSL-Leitung den Empfang sehr vieler Fernsehprogramme – vom Umfang her etwa vergleichbar mit einem Satellitenempfang. Es gibt dann auch noch einige Pakete von Premiere oder ausländischen Sendern, die man dazubuchen kann. In unserem Paket für den Zeitraum der Testphase sind Premiere und Premiere Bundesliga bereits mit drin.

Damit der Fernsehempfang in der gebotenen HD-Qualität über die Internetleitung auch reibungslos funktioniert, muss ein schneller Anschluss her. Dafür richtet die Telekom einem dann einen sogenannten V-DSL-Anschluss ein. Fragt mich jetzt nicht nach Zahlen – da werdet ihr bei Google bestimmt genauere Informationen finden – alles was ich dazu sagen kann: Es funktioniert und es ist spürbar schneller als zuvor, das reicht mir erstmal.

Nun ist das Internet per Definition erstmal gar nicht so unbedingt dafür geeignet, Fernsehsignale zu verbreiten, funktioniert denn das reibungslos? Nein, tut es nicht, das konnten wir bereits nach dem ersten Testtag feststellen: Ohne, dass über den PC, der sich ja jetzt mit dem Fernseher eine Leitung teilt, massiv Datentransfer betrieben wurde, fror das Fernsehbild komplett ein. Erst ein Um- und wieder Zurückschalten bewirkte, dass die Sendung weiterlief. Weiterhin habe ich mir eingebildet, dass Bild und Ton manchmal etwas zeitversetzt sind, aber das war dann entweder nur minimal, oder ich habe es mir wirklich nur eingebildet, muss ich noch eine Weile beobachten.

T-Home Entertain
Media Reciever

Von diesen kleinen Problemchen mal abgesehen kann man aber festhalten, dass dann eigentlich doch ganz gut funktioniert. Die Bildqualität ist wirklich gut und so ganz nebenbei bietet das Internet ja noch ein paar mehr Möglichkeiten, die T-Home bisher nur für Video-On-Demand-Angebote nutzt. In die Software des Media-Recievers sind das Angebot von Videoload und eine kleine Auswahl von aufgezeichneten Sendungen einzelner Fernsehsender integriert. Letzteres ist vernachlässigbar, ersteres hingegen ist schon interessanter: Die Videothek im eigenen Wohnzimmer – tatsächlich so wie in der Werbung! Einen Funktionstest habe ich mit Videoload noch nicht gemacht, kann aber jetzt schon folgende Eindrücke festhalten:

1. Die Navigation im teils umfangreichen Angebot ist recht umständlich, da man einen Film in zum Teil 250 Filme umfassenden Listen suchen muss. Eine clevere Suchfunktion fehlt mir hier bisher. Die vorgegebenen Filter erscheinen mir noch etwas zu einfach (Action, Drama, SciFi usw.)

2. Die Auswahl ist noch zu gering. Videoload ist ja nicht auf T-Home beschränkt, sondern gibt es für alle frei zugänglich im Internet – schaut doch einfach mal selbst auf deren Webseite, ob denn eure Lieblingsfilme dabei sind.

3. Der Preis erscheint mir noch zu hoch. Der Preiskampf in den Videotheken kann an den On-Demant-Angeboten nicht spurlos vorbei gehen. In der Videothek um die Ecke bekomme ich jede DVD für nen Euro pro Tag. Bei Videoload soll ich bis zu 5 Euro pro Film pro Tag zahlen. Klar, es sind hauptsächlich die aktuelleren Titel, die so teuer sind, aber auch die älteren Filme kosten noch 3 Euro. Im Moment ist das Bequemlichkeits-Feature noch ein Argument, mehr zu bezahlen als in der Videothek, das sehe ich ein. Aber dann gleich das Fünffache? Ich denke, dass der Markt sich hier auch bald selbst regulieren wird.

Der Mediareciever hat mit dem integrierten Festplattenrekorder und 160 GB Speicherkapazität noch eine weitere interessante Funktion. Ich habe diese Funktion noch nicht wirklich getestet, aber in ersten Funktionstests funktioniert er erstmal so, wie erwartet. Natürlich lassen sich Filme auf Premiere nicht aufzeichnen, hätte mich auch wirklich positiv überrascht. Inwieweit sich die aufgezeichneten Filme exportieren lassen oder was der USB-Slot bringt, muss ich noch rausfinden.

Ein erstes Fazit: T-Home Entertain funktioniert insgesamt sehr reibungslos und ich finde das Konzept sehr interessant. Leider habe ich den Eindruck, das sehr viel Potenzial in der Sache noch nicht genutzt wird. Das fängt bei dem On-Demand-Angebot an und endet bei der Frage, warum man in der Media-Reciever-Software gefangen bleibt. Warum gibt es keinen Browser, um frei im Internet zu surfen und Seiten wie Youtube aufzurufen? Für das Geld, was das Ganze eigentlich kosten sollte – in unserem Paket etwa  100 Euro pro Monat -  fühlt man sich doch schnell sehr eingeschränkt.

5 Reaktionen zu “T-Home Entertain”

  1. T-Home Entertain » DSL Flatrate Vergleichen

    [...] Weiter: Zum ganzen Artikel [...]

  2. 100 trnd-Partner testen das Entertain Premium Paket von T-Home und berichten von ihren Test-Erfahrungen. » Blog Archiv » Entertain von T-Home in der Blogosphäre.

    [...] andymensch hat auf seinem Blog “sixumbrellas” einen interessanten Artikel zum Entertain Premium Paket von T-Home [...]

  3. sixumbrellas » Blog Archiv » T-Home Meinungsupdate

    [...] Aussetzer, die ich im letzten Artikel schon erwähnt habe, konnten wir mit entnervender Regelmäßigkeit beobachten. Dabei bleibt das [...]

  4. Rich

    “Warum gibt es keinen Browser, um frei im Internet zu surfen und Seiten wie Youtube aufzurufen? ”

    Die Software is von Microsoft (www.microsoft.com/germany/lifestyle/tv_filme/mediaroom.mspx). Das ist zugleich der Grund warum die Medien Beta feature (oder wie es heißt) auch so eingeschrenkt ist (z.b. kann kein AAC abspielen und funktioniert nur in verbindung mit einem PC und Windows Media Player. Hallo?!?)

    Ich überlege selber auf diesem Paket umzusteigen aber ich war entsetzt zu sehen dass M$ dahinter steckt. In diesem Sinn, obwohl einen Browser mir auch durchaus sinnvoll erscheint, bin ich doch froh dass keins drin ist. Denn Browser würde gleich IE bedeuten und IE + Internet = Sicherheitsrisiko. Viren am Computer, ist eine Sache, aber wenn meinem TV durch Viren lahmgelegt würde? Na dann weißt man wenigstens man ist im Zukunft angekommen! :D

    Fällt es mir ein dass Apple interessanterweise auch kein Browser in Ihrem AppleTV haben. Vielleicht ist das schwieriger umzusetzen (wegen bedienbarkeit) als wir denke? Keine Ahnung.

    Übrigens, würde mich interessieren, gab’s seit August Software-Updates um neue features einzuführen oder bugs zu beheben? Und wie jetzt 7 Monate später deine Meinung dazu? Läuft’s gut?

  5. toba

    Abgesehen von den genannten Problemen läuft es stabil. Das Update hat die Oberfläche etwas verändert und Radiosender dazugeschaltet. Die hab ich aber nur einmal ausprobiert und bei genau diesem Test hat die Hälfte nicht funktioniert.
    An der Bedienung an sich haben sie aber nichts geändert: Die Reaktionszeit ist immer noch sehr langsam und die Fehler die dabei auftreten (z.b. passiert es oft, dass man versehentlich Aufnahmen startet, wenn man durch die Sender browsed) sind immernoch unverändert da.

    Für mich hat sich das Thema vorerst erledigt. Die Testphase ist zu Ende und Geld möchte ich dafür zur Zeit lieber nicht ausgeben ;)

Einen Kommentar schreiben


Bad Behavior has blocked 163 access attempts in the last 7 days.