Lebensmittelfotografie
Gestern habe ich den Tag in einem Fotostudio auf dem Prenzlauer Berg verbracht. Eine sehr gute Freundin von mir hat dort Aufnahmen für ihre Diplomarbeit gemacht und ich war eigentlich nur als Träger engagiert – ihr glaubt ja gar nicht, wie viel Zeugs man durch die Gegend schleppen muss, nur um vier kleine Gerichte zu fotografieren – aber wenn sich eine Gelegenheit ergibt, im Weg zu stehen, dann lass ich die nicht so einfach vorüberziehen und habe mir das gesamte Shooting angeschaut, mich zu weilen gar nützlich gemacht und den ganzen Tag darüber getwittert.
Es ist bemerkenswert, wieviel Detailverliebtheit in jedem einzelnen Foto steckt. Der erste Arbeitsschritt war das korrekte Ausleuchten der Motive, denn alle Zutaten und Gerichte sollten im gleichen Licht fotografiert werden. Wo ich beim ersten Foto schon so dachte: “Oh cool, das sieht toll aus.”, da hat die kreative Chefin mal noch locker eine weitere Stunde drauf gepackt, bis jeder einzelne Schatten der kleinen unschuldigen Andenbeere auch ja korrekt an seinem Plätzen saß.
Was mich als nächstes sehr beeindruckt hat: Alles, was fotografiert wurde, konnte man hinterher noch essen. Man hört ja immer so Geschichten, wo die Burger nur aus Plastik sind oder das Gemüse mit Haarlack besprüht wurde, um ja recht appetitlich zu glänzen. Nach meiner gestrigen Erfahrung ist das vollkommen unnötig, frische Zutaten, die richtige Zubereitung und das richtige Arrangement sind mehr als genug.
Da wir am frühen Morgen selbstverständlich viel zu viel in das Studio geschleppt hatten, war abends auch noch ein exquisites Abendessen bestehend aus den unfotografierten Resten drin. Tja, und meine Freundin dürfte ihr Diplom damit auch schon fast im Sack haben. Allerdings hat sie da noch viel zu tun, also etwas Daumen drücken für die nächsten zwei Monate kann wohl nicht schaden.



toba
