Regierung gegen Bürger

Mal wieder eine absurd-dreiste Meisterleistung aus unserer regierenden Kaste und ein hervorragender Beleg dafür, wie wenig man da oben von diesem Internet versteht: Braunschweig verbietet Flashmobs.

Flashmobs sind eine mehr oder weniger kreative Sache, die sich dank der vernetzten Kommunikation im Internet etablieren konnte. Bei einem Flashmob verabreden sich viele Leute zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort etwas zu tun. Das kann etwas lustiges, kreatives oder etwas ganz banales sein, allein durch die Menge an Menschen die im Idealfall mitmachen gewinnt es eine gewisse Faszination. In jedem Fall sind Flashmobs bisher mehr als friedlich. Die Wikipedia weiß natürlich wie immer mehr darüber.

Die Stadt Braunschweig möchte soetwas nicht mehr sehen und droht, derartige Veranstaltungen in Zukunft von der Polizei räumen zu lassen. Mit u.a. folgender Begründung (im konkreten Fall geht es um ein Picknick):

3) Der öffentliche Raum in Braunschweig dient ausschließlich dem Verkehr, also dem Transfer von Wohnung a zu Wohnung b, von Wohnung a zu Geschäft b oder von Geschäft a zu Geschäft b.

[...]

a) Öffentliches Eigentum ist durch das Picknick gefährdet.

Ich finde diese Posse natürlich erstmal grotesk. Aber sie offenbart auch, wie wenig einige unserer Politiker vom Internet verstehen (wollen) und auch wieviel Angst da offenbar mit im Spiel ist. Man befürchtet Massenansammlungen wie bei diesem einen prominenten Beispiel letztens auf Sylt. Klar, ein gewisses Restrisiko bleibt immer – auch eine genehmigte Demonstration kann aus dem Ruder laufen. Oder ein Fußballspiel. Aber ein sinnloses Verbot an dieser Stelle kann eine ganz andere Wirkung haben  und das nennt man dann Streisand-Effekt.

Oder anders gesagt: Ich weiß nicht, wieviele Menschen sich bisher um etwaige Flashmobs in Braunschweig gekümmert haben. Aber nachdem das Verbot ausgesprochen und einmal durch Deutschlands Blogs gejagd wurde, darf man gespannt sein, wieviele Menschen sich am 8. August ganz spontan um 16 Uhr auf dem Schlossplatz treffen, um zu schauen, ob das Verbot wirkt.

PS: Erdnüsse und Handtuch nicht vergessen!

[via Nerdcore]

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